Interview mit Sebo Sieghart – Head Athletic Performance Coach von ratiopharm ulm

Sebo Sieghart im ESP3 – Interview

Unser heutiger Interviewpartner ist Sebo Sieghart, Head Athletic Performance Coach von ratiopharm ulm. Er gewährt uns Einblicke in seinen Werdegang zum Trainer zahlreicher Profispieler, Trainingsplanung- und Steuerung, Saisonperiodisierung und die Wichtigkeit des Bicepstrainings. Zudem gibt er uns vier wichtige Tipps mit auf den Weg.

ESP3: Ursprünglich kommst du aus Ludwigsburg bei Stuttgart. Heute lautet deine Berufsbezeichnung Head Performance Athletic Coach von ratiopharm ulm. Erzähl uns doch zu Beginn etwas über deinen Werdegang bevor du nach Ulm kamst.

Sebo: Anders als der Großteil der Kinder faszinierte mich Basketball viel mehr als Fußball. So habe ich tatsächlich nie Fußball gespielt, sondern mit neun Jahren begonnen Basketball zu spielen. Ich spielte bis ins Alter von 24 Jahren regelmäßig. Nebenbei betrieb ich noch Karate und habe den braunen Gurt inne. Ausgezogen bin ich bereits im Alter von 16 Jahren und fing so bereits sehr früh an auf eigenen Beinen zu stehen. Beruflich hat es mich zuerst in die kaufmännische Richtung verschlagen, um mir die Sportschule finanzieren zu können. So sparte ich und finanzierte mir die Sportschule Glucker in Kornwestheim. Dort absolvierte ich meine Ausbildung zum Sportlehrer. Anschließend ging ich für sechs Monate nach Ägypten, um bei Aldiana zu arbeiten. Zurück in Deutschland absolvierte ich das Sporttherapiesemster, ebenfalls auf der gleichen Sportschule. Zudem bildete ich mich ständig weiter, zum Beispiel absolvierte ich die Ausbildung zum DOSB Athletiktrainer auf der Sportschule in Köln.

ESP3: Wann und wie hast du dann den Sprung in die Trainertätigkeit beziehungsweise in den Basketball geschafft?

Sebo: Den Sprung in die Trainertätigkeit habe ich bereits sehr früh geschafft. Schon während meiner Zeit auf der Sportschule bereitete ich zum Beispiel das AMG DTM Team vor und trainierte dort die Fahrer und Boxencrews und trainierte Spieler der MHP Riesen Ludwigsburg, als auch die Talenten der Porsche BBA, welches an das Bundesligateam gekoppelt ist. Der damalige Head Coach von Ludwigsburg, John Patrick, vertraute mir seine Profis in Einzelsessions an, was mich dann im Folgejahr ins Trainerteam der Riesen brachte und ich dort dann hauptverantwortlich für die Talente war.

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ESP3: Wie kam dann der Kontakt zu ratiopharm ulm zustande?

 

Sebo: Ich erhielt ziemlich überraschend eine Anfrage aus Ulm, ob ich mir vorstellen könne für die Profis verantwortlich zu sein und ein ganzheitliches athletisches Konzept aufzubauen, um junge Spieler zu Profis zu formen und die Bundesligaspieler leistungsfähiger zu machen. Überraschend, weil wir kurz vor dem Start der Vorbereitung standen. Dennoch wurde ich neugierig und wollte mir das Angebot anhören. Ich konnte relativ schnell eine Begeisterung für das Projekt entwickeln und so unterschrieb ich an einem Freitag meinen ersten Vertrag in Ulm. Dem folgte ein sehr stressiges Wochenende, da bereits Montag die ersten Screenings und Testungen der Athleten anstanden und selbstverständlich vorbereitet werden mussten.

Chrissi Phillips wird eine der Überraschungen werden.“

ESP3: Siehst du dich ausschließlich im Basketball zuhause oder gab es für dich schlichtweg keine Angebote aus anderen Sportarten?

 

Sebo: Es gab auch Angebote aus anderen Sportarten, welche sicherlich auch ihren Reiz hatten. Grundsätzlich ist meine größte Motivation Athleten und Vereinen dabei zu helfen das Bestmögliche aus sich herauszuholen. Der Reiz liegt dabei immer in der Herausforderung der Aufgabe und weniger an der Sportart. Jede Sportart hat ihr Eigenleben, spezifische Feinheiten, worauf der Erfolg individuell aufbaut. Natürlich habe ich meine größte Expertise im Basketball, habe aber unter anderem auch schon MMA-Fighter, Boxer, Tennis- und Badmintonspieler, Volleyballer als auch Fußballer trainiert und meinen Teil zu deren Entwicklung beigetragen.

ESP3: Was sind deiner Meinung nach die größten „Baustellen“ eines Basketballspielers?

 

Sebo: Grundsätzlich entscheiden immer das Anforderungsprofil der jeweiligen Sportart und die individuellen Voraussetzungen des Athleten über die aktuellen „Baustellen“. Durch die vielen Stops arbeitet der Quadriceps viel und danach einer sehr kurzen explosiven Beschleunigung meist gestoppt wird ist eine triple extention (ankle, knee, hip) meist nicht optimal ausgeprägt. Meiner Erfahrung nach leiden Basketballspieler häufig unter festen Hüftbeugemuskeln, durch die immer fast gebeugte Haltung, starke und feste Adduktoren, durch die vielen Stop and Go Bewegungen, relativ schwachen Muskeln auf der Oberschenkelrückseite, der ischiocruralen Muskulatur, und einer ausbaufähigen Hüftstreckung. Vor allem unter einer schlechten Hüftstreckung leiden 90% der Athleten. Viel verstecktes Potenzial sehe ich bei vielen Schnelligkeits- und Sprungaspekten. Wobei diese Komponenten, vor allem bei jungen Athleten, mit Vorsicht geplant und durchgeführt werden sollten. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, dass wenn Sportler in jungen Jahren mit Sprints, Sprüngen und vielen Richtungswechseln „verheizt“ werden, sie später unter starken Hüftbeschwerden leiden

ESP3: Gibt es deiner Erfahrung nach auch Besonderheiten durch die enorme Größe der Athleten?

 

Sebo: Ja, die Hebel und die langen Beine sind häufig nicht optimal für eine saubere Kniebeuge ausgelegt, was etwas mehr Variabilität in der Trainingsgestaltung erfordert. Ein typischer Basketballer hat lange Arme und Beine, einen recht kurzen Rumpf und durch ihre Größe und den teilweise enormen Unterschied zu ihren Mitmenschen bewegen sich viele Basketballspieler im Alltag oft in einer eher gebückten Haltung, bei der die Schultern häufig nach vorne hängen.

ESP3: Erzähl uns doch etwas über dein Training mit den Jungs. Gibt es spezielle Rahmenbedingungen? 

 

Sebo: Das kommt drauf an. An manchen Tagen habe ich das ganze Team und an anderen Tagen teilen wir das Team in zwei Gruppen auf, um positionsspezifischer arbeiten zu können. Es gibt Einheiten da sind wir im Kraftraum und an anderen Tagen arbeiten wir on court mit Medizinballwürfen, Abstoppbewegungen, Hürden, Sprüngen und Bändern. Für kurze Tests nutze ich gerne auch die my jump App, da ich somit die Spieler, während ihres Basketballtrainings, bei Richtungswechseln ohne großes Testequipment, unter der Prämisse normal zu trainieren, analysieren kann, was für das unmittelbare Feedback für die Spieler wichtig ist.  Die Möglichkeiten variieren auch stark abhängig von der Saisonphase. Wenn wir wie diese Saison international spielen, müssen wir manchmal die Zeit kurz halten, damit wir die Jungs nicht überfordern und unnötige Ermüdung produzieren. 

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ESP3: Gibt es einen speziellen Ablauf? 

 

Sebo: Unser Teamtraining beginnt mit einem hudle und im Anschluss laufen wir 1-2 drills, um die Spieler mental abzuholen und auf das Training zu fokussieren. Hierbei greifen wir zu kleineren einfachen kognitiven Aufgaben. Danach stretchen wir uns und versuchen nach der Dehnung die bearbeitete Muskelschlinge zu aktivieren, um die Bewegungsqualität zu schulen. Im  Anschluss geht es dann je nach Wochenphase und in Abhängigkeit des folgenden Basketballspiels entweder in eher explosive drills oder in kurze intensive Intervalle. Nach einer Trinkpause erfolgt dann der technisch-taktische Teil, bevor dann versucht wird alles in Spielform umzusetzen. Das Training mit Gewichten findet in der Regel zweimal die Woche statt. Wir als Trainerteam stehen  in enger Absprache untereinander, wobei der Cheftrainer natürlich die endgültige Entscheidung fällt. Mit Jaka Lacovic, der selbst ehemaliger Spieler ist, Weltmeisterschaften spielte und die Euroleague gewann, habe ich das Glück jemanden zu haben, der mir komplett vertraut und meine Arbeit dadurch erheblich erleichtert und effektiver gestalten lässt.

ESP3: Möchtest du uns einen exemplarischen Einblick in eine Trainingseinheit gewähren?

 

Sebo: Grundsätzlich plane ich das Training anhand der neusten Ergebnisse der Screenings und Testungen. Unabhängig ob das Training vor oder nach dem Teamtraining stattfindet haben wir circa 45 bis 60 Minuten Zeit. 

 

Optimalerweise nutzen die Spieler bereits vor dem regulären Training die Faszienrolle und bereiten sich selbstständig auf das Training vor. Zu Beginn des Trainings sucht sich jeder Spieler ein Platz mit genügend Abstand zum Nebenmann. Wir nutzen dann verschiedene Core-, Mobility- und Stretchübungen. Gerne auch Körpergewichtsübungen, wie zum Beispiel den Reverse Nordic Curl. Um das Herz – Kreislauf System etwas zu aktivieren, baue ich diverse Abbremsübungen ein. Im Hauptteil teile ich das Training häufig in vier Blöcke ein, sofern es vergangene Verletzungen zulassen. Diese Blöcke bestehen aus den Übungen Hinge, Squat, Push und Pull. Ich kombiniere Kraft- mit plyometrischen Übungen, wie zum Beispiel Sumo Squats mit seitlichen Sprüngen. Wichtig bei Sprüngen oder auch Sprints /Richtungswechsel ist, dass meine Spieler immer 100% geben, da die Jungs im Spiel immer nur so hochspringen, wie sie müssen. Das stellt langfristig keinen trainingswirksamen Reiz dar, weshalb das im Training integriert werden muss. Während im Spiel gilt „ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss“ gilt im Training „ein gutes Pferd springt so hoch wie es kann“. 

Wenn die Rahmenbedingungen es zulassen, werfen die Spieler noch ein paar Körbe, alles im lockeren Tempo natürlich. Zudem haben sie die Möglichkeit die Eistonne zu nutzen. Richtige Regenerationseinheiten gibt es eher während der Play Offs.

ESP3: Was hältst du für ein unterschätztes Thema bei der sportlichen Entwicklung von Nachwuchssportlern?

 

Sebo: Talent wird im Basketball oft über die Körpergröße definiert. Am besten haben sie diese Größe schon in jungen Jahren, sogenannte Frühentwickler. Neben der körperlichen Entwicklung ist, um im Leistungssport langfristig Fuß fassen und sich kontinuierlich weiterentwickeln zu können, der Kopf mindestens genauso wichtig. 

„Für diverse Tests nutze ich gerne die My Jump App“ 

ESP3: Du meinst den sogenannten „Arbeiter“? 

 

Sebo: Genau. Leider werden diese „Arbeiter“ gar nicht oder erst sehr spät entdeckt. Das liegt oft daran, dass diese Spieler nicht so groß sind oder eben nicht zu den Frühentwicklern gehören. Deshalb bin ich ein Fan von regelmäßigen und objektiven Messungen. Hier nutze ich auch eine Kalkulationsdatei, um den Zeitpunkt des PHV und das maturity level besser einschätzen zu können. Dies ermöglicht allen Beteiligten die Einsicht auf den langfristigen Prozess, beziehungsweise die Fortschritte eines jeden Spielers. „Arbeiter“ fallen hier besonders oft positiv auf, weil sie sich kontinuierlich verbessern. Des Weiteren sehe ich viel Potenzial in der Verbesserung der Objektivität. Vor allem in der Spielerentwicklung. Spielern müssen wissen und aufgezeigt bekommen, weshalb sie wenig oder gar nicht spielen. Daran kann der Spieler wachsen und Verantwortung übernehmen. Wenn er seine Schwächen kennt und die Gründe weshalb er nicht spielt, liegt es an ihm daran zu arbeiten und Gas im Training zu geben. Davon profitiert nicht nur der Spieler, sondern auch das Management und Trainerteam.

 

ESP3: Gibt es irgendwelche Tipps die Spielern, die diesen Beitrag lesen mit auf dem Weg geben möchtest? 

 

Sebo: Ja natürlich über allem stehen der Wille und die Fragen, was bewegt dich? Was ist dein Ziel? Warum ist es dein Ziel? Was muss ich tun, um es zu erreichen? Was muss ich ändern oder aufgeben, um es zu erreichen? Bin ich bereit dafür, Dinge zu opfern? In Bezug auf Ziele ist es wichtig, dass diese objektiv sind und mehrere Zwischenziele gesetzt werden. Da es nicht immer möglich ist eine Entwicklung im Spielerischen objektiv beurteilen zu können, greife immer zu physischen Zielen. Teste und vergleiche beispielsweise deine Sprungleistung mit der eines Bundesligaspielers. Behalte immer im Hinterkopf, dass es ein stetiger Prozess und weiter Weg ist. Zum Beispiel: um als 17 jähriger irgendwann die Chance zu haben in der amerikanischen NBA zu spielen, muss man zuerst in seinem Heimatverein gut und regelmäßig spielen. Man wechselt dann zum nächst größeren Vereine und muss an seinen Defiziten arbeiten. Dort fängt der Prozess wieder von vorne an. Erreicht man hier seine Zwischenziele, ist er bereit für den nächsten Schritt. Des Weiteren ist die Anwesenheit im Training nicht alles. Man muss auch präsent sein und in jedem Training einen Eindruck hinterlassen. Meiner Meinung nach ist es extrem hilfreich sich als junger Spieler an den Älteren zu orientieren, statt sich darauf auszuruhen in seinem Jahrgang der Beste zu sein. Zudem finde ich es kritisch; wenn sich Kinder bereits sehr früh auf eine Sportart festlegen. Meiner Erfahrung nach besitzen die Spieler, die mehrere Sportarten ausgeübt haben, bessere motorische Fähigkeiten auf die es im Basketball ankommt. 

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ESP3: Nenn uns doch bitte mal ein paar Spieler, mit denen du bereits zusammenarbeiten durftest. 

Sebo: Da gibt es einige, weshalb ich mich vorab bereits bei denjenigen entschuldige, die ich nicht erwähnen kann. Will Clyburn MVP der EuropaLeague und heute bei  ZSKA Moskau, Javonte Green, der in Boston bei den Celtics spielt, David Krämer, von den Suns in Phoenix, Per Günther, das Ulmer Urgestein, Ismet Akpinar, heute in Istanbul bei Besiktas, usw. Im Laufe der Jahre kamen sehr viele super talentierte und menschlich einwandfreie Sportler zusammen. 

ESP3: Was sind deiner Meinung nach die Unterschiede zwischen der amerikanischen NBA und der Deutschen Basketballliga? 

 

Sebo: Das Spiel, beziehungsweise die Art und Weise ist anders. Ich finde die NBA ist skill-technisch  individueller als die deutsche Bundesliga, das Spiel dort ist schneller und spektakulärer. Im europäischen Basketball dagegen ist das Team und die taktische Ausrichtung von viel größerer Bedeutung und das Spiel ist hier auch viel physischer.

ESP3: Wie schätzt du die Belastung durch die vielen Spiele der Spieler ein?

 

Sebo: Je nach Wettbewerb, Wenn man nur in der BBL spielt und die Playoffs verpasst, sind das 32 Ligaspiele, hinzukommen noch Pokalspiele. Erreicht man aber sowohl in der BBL als auch der Champions League die Playoffs, kommen Teams auf bis zu 85 Spiele. Ist das der Fall wird das Training natürlich auch immer dahingehend angepasst, auch die Reisestrapazen müssen immer berücksichtigt werden. Psychische Faktoren spielen hier auch eine große Rolle, diese sind auschlaggebend, wie ein Athlet die Belastung aufnimmt. Niederlagen sind beispielsweise immer anstrengender als Siege.

ESP3: Gibt es Unterschiede im Training zwischen den einzelnen Saisonphasen?

 

Sebo: Ja, sehr große. In der Off-Season ist es wichtig, dem Körper und seinen durch den Basketball stark beanspruchten Strukturen auch mal eine Pause zu gönnen. Das ist nicht nur körperlich, sondern auch mental wichtig. Durch die vielen Spiele sind die Spieler ständig unterwegs und verbringen relativ wenig Zeit mit ihren Familien. Trainingstechnisch ist in dieser Phase der Saison oft das Problem, dass manche Spieler zu viel Conditioning betreiben und sich aus falschem Ehrgeiz womöglich keine oder zu wenig Pause gönnen.

ESP3: Du empfiehlst doch sicher nicht den Spielern wochenlang gar nichts zu machen?

 

Sebo: Nein. Nach der geplanten Pause sollte jeder Spieler an seiner Athletik und seinen Defiziten arbeiten. Hierbei gilt es nicht zu viel zu wollen, sondern sich auf wenige einzelne Fähigkeiten zu fokussieren. Hier geht es also darum Stärken zu stärken und Schwachstellen auszugleichen In der Off-Season ist es schlichtweg nicht möglich ein dutzend Schwerpunkte zu legen und dementsprechend zu adaptieren. Es stehen jetzt mehr Skill-Taktik- und Teamtrainings im Vordergrund.

ESP3: Wie sieht es mit der Pre-Season aus?

 

Sebo: In der Pre-Season holst du viele Spieler auf unterschiedlichen Levels ab. Obwohl die meisten ihre Hausaufgaben machen, erkennt man schnell wer die Vorgaben nicht ganz so wie vorgegeben umgesetzt hat. Spätestens in den Tests zu Beginn der Vorbereitung wird sichtbar, wer seine Hausaufgaben gemacht hat. Ich führe dann Sprungemessungen durch, die ich mit unserem Monitoring kombiniere, um ein besseres Gefühl für die Ermüdung der Spieler zu bekommen. Dementsprechend planen wir das Training in verschiedenen Gruppen, je nach Leistungsstand. Man kann sagen, dass ab der zweiten Woche das Tempo angezogen wird. Währen der Pre-Season absolvieren wir viermal wöchentlich Athletikeinheiten. Um die Spieler nicht zu verheizen, rede ich viel mit Ihnen und führe regelmäßig Sprungtests durch, um zu beobachten ob es objektiv oder subjektive Ermüdungsanzeichen gibt, die eine Korrektur in der Trainingsroutine erfordern. Die subjektiven Einschätzungen aller Coaches tragen dann zum Gesamtergebnis bei. Mit Beginn der Regular- Season wird das Volumen dann wieder ein bisschen runtergefahren und die Intensität verändert sich etwas. So haben wir unsere „High-Load“ Tage zu Anfang bis Mitte der Woche und senken dann zum Ende der Woche die Belastungsdauer. Im Kraft- und Athletiktraining sieht es ähnlich aus. Zu Beginn der Woche gibt es eher schwere Übungen, mit viel Range of Motion und exzentrischem Fokus. Gegen Ende der Woche geht es dann primär um den speed-strength Bereich. Hier wird an Beschleunigungen gefeilt und das Nervale mehr als das muskuläre System gefördert

ESP3: Gibt es einen Spieler, mit dem du gerne zusammenarbeiten würdest?

 

Sebo: Es gibt natürlich zahlreiche überragende Sportler,  mit denen man zusammengearbeitet hätte. Am liebsten sind mir die „Arbeiter“. Das sind nach meiner Definition Spieler die eine hohe Eigenmotivation mitbringen und nicht aufhören an sich zu arbeiten. LeBron James ist dafür ein super Beispiel. Es ist ja bekannt, dass er jährlich ca 1,5 Millionen Dollar extra in seinen Körper investiert.

ESP3: Zum Abschluss die wichtigste Frage. Wird seit dem Abgang von Ismet Akpinar noch regelmäßig der Biceps trainiert?

Sebo: (lacht) Ich persönlich habe und werde nie ein isoliertes Bizepstraining durchführen, sehe aber immer mehr die mentalen Vorteile, die sich dadurch bei Männern ergeben können. Es lässt sich aber eben auch gut kombinieren, sodass ein Stabilisationstraining des Sprunggelenks sich super mit alternierden Curls verbinden lässt. Erst heute ist ein Spieler bei einer Übung erstmalig höher gesprungen, nachdem ich ihm nicht mehr über eine triple extention erzählt hatte, sondern sagte, er solle seinen  Bizeps aus dem Stand explosiv hoch ziehen, dass dieser ihn bis zu Decke zieht.

Lieber Sebo, vielen Dank für deine Zeit und die interessanten Einblicke. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg!

Mehr über Sebo erfährst du auf Instagram, seinem YouTube Channeloder seiner Homepage

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Stefan Santanius

Stefan Santanius

Ursprünglich komme ich aus Friedrichshafen am Bodensee. Nachdem ich meine Laufbahn als Fußballer bereits früh im Alter von 19 Jahren aufgrund einer Verletzung, Fehldiagnosen und schlechter Behandlung beenden musste, entschied ich mich beruflich dem Sport treu zu bleiben und mich dementsprechend weiterzubilden, sodass ich die Person sein kann, die ich mit 19 gebraucht hätte. In Stuttgart besuchte ich eine Sportschule und absolvierte dort erfolgreich die Prüfungen zum Sportlehrer & Sporttherapeuten. Darüber hinaus besuchte und besuche ich weiterhin Fortbildungen um meinen ständigen Wissensdrang zu befriedigen. Ganz nach dem Motto „Wir sind alle Gesellen in einem Handwerk, in dem nie jemand Meister wird“. Bereits während meiner Zeit auf der Sportschule durfte ich Erfahrungen in der Arbeit mit Sportler unterschiedlichster Leistungsstufen sammeln. Heute gehören zu meinen Aufgaben die Leistungsdiagnostik, Trainingsplanung-, Beratung sowie Betreuung von Sportlern verschiedener Sportarten. Meine persönliche Leidenschaft liegt im Krafttraining, dass ich seitdem 13. Lebensjahr regelmäßig betreibe.

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