Interview mit Alex Szarvas über ihre ersten Erfahrungen im Profisport, Spaß am Spiel und der Karriere nach der Karriere

Alex Szarvas im ESP3 – Interview 

Unsere heutige Interviewpartnerin ist Alex Szarvas Co-Trainerin der GC Zürich Frauen NLA und Cheftrainerin der Züricher U-19 Frauen-Mannschaft. Sie gewährt uns Einblicke in ihren Werdegang zur Profispielerin, eine schwere Entscheidung, ihre heutige tägliche Arbeit, die Trainingsplanung und Steuerung, ihr Trainervorbild und zukünftige Projekte.

ESP3:  Du bist in Ungarn geboren, wie sind die Vereinsstrukturen vor Ort, speziell auf den Frauenfußball gemünzt?

Alexandra Szarvas: Zur damaligen Zeit bei meinem Wechsel zu Ferencvarosi TC war es auch in der höchsten Liga noch Amateur- Fußball. Niemand hat damit Geld verdient, außer den Spesen und kleinen Aufwandsentschädigungen. 2008, ab meinem Wechsel zu Viktoria FC Szombathely, haben wir Siegprämien erhalten, das war aber auch eher Taschengeld (lächelt). In der Nationalmannschaft haben wir wie alle anderen Nationen natürlich Geld verdient. Auch heute würde ich die Liga immer noch als Amateurliga ansehen, obwohl sie sich langsam entwickelt und der Verband wirklich stark hinter dem Fußball steht. Es stehen heute natürlich auch mehr finanzielle Ressourcen zur Verfügung.

ESP3: Kann es an einer eher konservativen Regierung liegen, dass der ungarische Frauenfußball sich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eher sehr langsam entwickelt?

Alexandra Szarvas: Das könnte sicherlich ein Grund sein, auf der anderen Seite blicke ich natürlich auch noch regelmäßig auf Ungarn und sehe dort einen Präsidenten, der sehr viel Geld in den Sport, insbesondere in den Männerfußball investiert, neue Stadien bauen lässt und vieles mehr. Dennoch kommt qualitativ nicht wirklich viel dabei herum, weder bei den Männern noch bei den Frauen Was die anderen Nationen besser machen, kann ich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen, ich kann aber sagen, dass die Qualität überall deutlich gestiegen ist.

ESP3: Und das obwohl der Fußball in Ungarn schon als die Sportart Nummer 1 gilt, oder?

Alexandra Szarvas: Wir sind zwar schon sehr gut im Wassersport, Wasserball beispielsweise, würdest du einen Jungen aber fragen was seine Lieblingssportart ist, würde er wahrscheinlich Fußball antworten. Ich glaube, in Ungarn ist es aber nicht ganz so klar definiert wie in der Schweiz mit dem Skifahren oder in Deutschland mit dem Fußball, er spielt bei uns aber eine sicherlich sehr große Rolle.

“Ehrlicherweise muss ich zugeben, wäre ich dem Fußball nicht verbunden geblieben und hätte sich das mit dem Trainerin sein nicht ergeben, würde ich noch heute, und solange meine Beine mitmachen, Fußball spielen. “

ESP3: Zurück zu dir, deine Profikarriere, so wie du sie definierst, startete 2011 beim FC Bayern, obwohl du davor schon Champions League gespielt hast. Wie war das als dein Manager dir damals mitteilte, dass Bayern dich verpflichten möchte?

Alexandra Szarvas: An diesem Tag ist mein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Profifußballerin und das nicht bei irgendeinem Verein, sondern dem großen FC Bayern. Meine Mutter und ich brachen in Freudentränen aus. Meine Eltern freuten sich genauso wie ich, sie haben mich auf diesem Weg bedingungslos unterstützt, fuhren mich überall hin und meine Mutter stand auch bei minus 10 Grad am Seitenrand einer Trainingseinheit.

ESP3: Also war auch schnell klar, dass du mit 18 den Schritt ins Ausland gehen würdest?

Alexandra Szarvas: Ja das war gleich klar, ich zog ja auch mit 15 Jahren, drei Jahre zuvor, an die österreichische Grenze, um beim Viktoria FC zu spielen. Das war auch schon 3 Stunden einfache Fahrt von Budapest entfernt. Es war also tatsächlich der einfachere Schritt ins Ausland zu wechseln.

ESP3: Gab es dann in München angekommen einen kleinen Kulturschock?

Alexandra Szarvas: Die Sprachbarriere war ein wenig lustig. Ich konnte kein Wort Deutsch, hatte in der Schule leider nur Englisch und Italienisch gelernt, zum Glück sprachen alle im Team Englisch. Nach einem Monat forderte ich aber jeden auf Deutsch mit mir zu sprechen, so lernte ich die Sprache relativ zügig und konnte mich schnell integrieren. Generell wurde ich von der gesamten Mannschaft und dem Staff hervorragend aufgenommen und toll eingegliedert.

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ESP3: Dennoch bliebst du nur für ein Jahr, warum?

Alexandra Szarvas: Der Schritt von Ungarn in die Bundesliga ist wie ein Schritt von der deutschen Oberliga in die Bundesliga, das merkte ich vor allem körperlich. In Ungarn war ich eine der fittesten Spielerinnen, die Umstellung zu zweimal Training am Tag und das komplett andere Level, es fällt mir schwer in Worte zu fassen, was das für meinen Körper bedeutete. Ich war jeden Tag todmüde. Die Intensität war  um ein Vielfaches höher als in Ungarn und ich brauchte alleine 3-4 Monate, um mich daran zu gewöhnen. Das zehrte an meinem Körper und ich hatte viel zu oft muskuläre Verletzungen und brach mir dann auch noch meinen Fuß. Die mentale Belastung, seinen Traum durch die Verletzungen nicht wirklich ausleben zu können, war groß. Ich musste aber auch ehrlich zu mir sein und habe mich dann schweren Herzens dazu entschieden, mich einer Mannschaft anzuschließen, deren Niveau vermeintlich besser zu meinem passte und wechselte zum VFL Sindelfingen.

ESP3: Was im Speziellen erhofftest du dir von dem Wechsel nach Sindelfingen?

Alexandra Szarvas: Einiges was ich mir erhofft hatte,  ist mir in Sindelfingen auch gelungen, verletzungsfrei bleiben und wieder regelmäßig mit guten Leistungen auf dem Platz zu stehen.

ESP3: Nach der Saison folgte aber ein weiterer Wechsel, warum?

Alexandra Szarvas: Es war ein riesiger Schritt nach unten, das meine ich gar nicht so negativ wie es klingt. Sindelfingen ist zu diesem Zeitpunkt aufgestiegen, war also auch krasser Außenseiter. Der Schritt für den Verein ist vergleichbar wie meiner nach München. Ich hatte tolle Teamkameradinnen, auch wenn wir sehr viele Spiele verloren haben, war die Moral immer gut. Verlieren macht absolut keinen Spaß. Spiele wie beispielsweise gegen Potsdam (damaliger Meister) bestanden nur aus verteidigen, keinem eigenen Ballbesitz und laufen, laufen und nochmals laufen. Das war einfach nicht mein Fußball.

ESP3: Es kam zum Wechsel in die Schweiz, zum SC Kriens.

Alexandra Szarvas: Genau, ich wollte einfach wieder Freude am Fußball haben, so banal das klingt, es ist ein wichtiger Faktor im Sport. Ich wechselte in die Schweiz und es war die absolut richtige Entscheidung. Es war ein geiles Jahr, ich konnte wieder unbeschwert aufspielen und das Team war sehr sehr gut. Im ersten Jahr spielten wir lange um die Meisterschaft, ich konnte mich auf dem Platz wieder einbringen und wir spielten einen Fußball der meiner Vorstellung und meinen Fähigkeiten entsprach. So wurde der FC Basel direkt auf mich aufmerksam.

ESP3: Im FC Basel fandest du einen Verein, mit dem du sehr erfolgreich warst und bei dem auch augenscheinlich alles passte. Einen Verein mit dem besten Gesamtpaket für dich. 2017 beendetest du aber im Alter von nur 24 Jahren deine Karriere. Wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Schritt?

Alexandra Szarvas: Darüber spreche ich immer sehr ungern (Pause). Ich hatte 3 wunderschöne Jahre in Basel und bei meiner zweiten Vertragsverlängerung habe ich dem Präsidenten auch mitgeteilt, dass ich meine gesamte restliche Karriere hier verbringen möchte. Ich hatte große Ziele mit dem Verein und langfristige Pläne. Ich war Führungsspielerin und wir hatten ein wirklich tolles Team. Zum Leidwesen aller gab es aber zu viele Trainerwechsel. Im ersten Jahr hatten wir einen Trainer, wie ich ihn noch nie zuvor hatte. Der Beste meiner Karriere, er wurde nach meiner ersten Saison aber leider entlassen. Es folgte eine Trainerin, die den FC Basel schon davor trainiert hatte, und diese ereilte das gleiche Schicksal. Im dritten Jahr folgte eine deutsche Trainerin, wir waren natürlich auch in dieser  Saison wie immer erfolgreich aber zum Rückrundenbeginn war es so, dass einige Spielerinnen den Spaß verloren hatten, da die Rahmenbedingungen einfach nicht mehr stimmten. Das halbe Team hatte die Freude verloren. Ich selber merkte, dass ich mich zwingen musste zum Training zu gehen, ein Gefühl, das ich so aus keiner Karrierestation kannte. Ich war gesetzt, wir waren erfolgreich, aber es fühlte sich nicht richtig an. Der zwischenmenschliche Umgang führte dazu, dass ich den Fußball satt hatte. Zu dieser Zeit war ich hin und hergerissen, der Verein hat mir so viel gegeben und ich hab jedes Jahr versucht das zurück zu geben. Ich wollte bei Basel bleiben aber nicht unter diesen Umständen. Es kamen einige Wechselangebote, die ich aber schnell verwarf, ich kam also zu dem Entschluss meine Karriere zu beenden und dieser wurde im Sommer 2017 Realität. 7 weitere Spielerinnen machten das Gleiche.

ESP3: Woher kam diese Konsequenz? Warum war kein anderer Verein eine Alternative, bei dem du das was du am Fußball am meisten liebst, die Freude am Spiel, wiederfinden könntest?

Alexandra Szarvas: Das war für mich zu diesem Zeitpunkt unmöglich. Die Situation ging nicht spurlos an mir vorbei, ich war extrem traurig, lustlos und komplett ausgelaugt. Ich konnte das nicht verantworten, kein neuer Verein hätte das verdient. Für mich war klar, hätte in diesem Zustand nirgends mein Bestes geben können. Jeder in meinem Umfeld wollte mich überreden nicht aufzuhören, für meine Eltern und die ungarische Nationalmannschaft war es natürlich ein Schock; weil sie wissen wie viel mir der Fußball bedeutet, ich blieb aber konsequent. Im Nachhinein kann ich natürlich auch zugeben, dass es eine Art Kurzschlussreaktion war und ich mir heute auch nicht sicher sein kann, ob es bei einem anderen Verein eventuell wieder was geworden wäre.

ESP3: Was sagst du im Nachgang dazu, bereust du die Entscheidung in manchen Momenten?

Alexandra Szarvas: Ehrlicherweise muss ich zugeben, wäre ich dem Fußball nicht verbunden geblieben und hätte sich das mit dem Trainerin sein nicht ergeben, würde ich noch heute, und solange meine Beine mitmachen, Fußball spielen. Der Trainerjob direkt nach meinem Karriereende hat mich aber gepackt und aufgefangen. Ich war in einem Loch, man kann fast schon sagen, ich hatte eine kurze depressive Phase und aus der hat mich mein Team, bestehend aus 12 jährigen Jungs, sofort raus geholt. (lächelt) Der Ball war sprichwörtlich das Leben für sie und das zu sehen hat mir so gut getan. Zu sehen, dass der Fußball so schön ist. Es hilft aber auch immer meine Entwicklung als Trainerin zu sehen, wenn die Gedanken kommen, dass ich wieder Fußball spielen will. Ich kann mir immer sagen, schau auf deine Entwicklung, du machst das gut, bleib dran und dann merke ich eben, dass dieser Job mich erfüllt und so verschwinden diese Gedanken wieder ganz schnell (lacht).

ESP3: Dein Werdegang kann sich ja auch sehen lassen. Begonnen bei einem D Jugend Jungen Team und heute Trainerin der U19 Frauen des GC Zürich als auch Co Trainerin der ersten Mannschaft. Wann wurde der Entschluss gefasst, dass der Beruf Trainerin ein zweiter Karriereweg sein kann?

Alexandra Szarvas: Das war schon immer mein Plan. Seit ich ein kleines Mädchen war wusste ich einfach, dass ich Profispielerin werde und danach als Trainerin tätig bin und dafür habe ich bis heute alles gemacht, um diese Ziele auch zu erreichen. Dass der Job direkt nach der Beendigung meiner Karriere kommt, hätte ich nicht gedacht aber umso besser war es für mich. Eine für mich positive Eigenschaft, die ich besitze, ist meiner Meinung nach die, dass ich eine Macherin bin, ich träume nicht sondern setze mir Ziele, verfolge diese und mache alles was dafür nötig ist. So habe ich mich bei meiner ersten Station in der Jugend natürlich auch gleich meine ersten Trainerlizenzen gemacht und hatte Ende 2017 drei Lizenzen in der Hand. Dieses Jahr folgt dann noch die B+ und danach die A-Lizenz.

ESP3: Die Lizenzen sind keine Selbstläufer, da das Anforderungsprofil eines Trainers sich in der heutigen Zeit weiterentwickelt hat. Du betreust und trainierst gleich 2 Teams, wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Alexandra Szarvas: Mein Arbeitsalltag ist manchmal sehr anstrengend, das liegt an der Doppelfunktion (lacht).

Ich mach das Ganze mit Herzblut und deswegen bereite ich Trainingseinheiten und anderes auch gerne für 2 Teams vor. Ich bin mit unserem Cheftrainer der ersten Mannschaft im ständigen Austausch. Trainingspläne, Trainingssteuerung und Aufstellungen werden immer gemeinsam beschlossen. In der U-19 wende ich das gleiche Prinzip an, es gibt eine Co-Trainerin und einen Co-Trainer und wir tauschen uns über alles aus und entscheiden alles zusammen.

ESP3: Du warst früher eine offensivere Spielerin, in wie weit prägt dich das heute als Trainerin?

Alexandra Szarvas: Sehr, ich kenne mich im offensiven Bereich viel besser aus als im Defensiven. Im Umkehrschluss setze ich mich mit der Defensive aber viel häufiger und intensiver auseinander, weil ich dort noch sehr viel lernen muss. (lacht)

ESP3: Deine Expertise kommt bisher also viel im offensiven Bereich zu tragen?

Alexandra Szarvas: Ja die Offensive ist mein Bereich, das lässt unser Cheftrainer auch zu und ist so abgesprochen (lächelt). Wir erarbeiten Systeme, zeigen Laufwege und schulen positionsspezifisches Verhalten in Zone 1 und 2. Mein Ansatz ist, dass in Zone 3 (Angriffszone)  alles möglich ist, dort braucht es viele kreative Spielerinnen, die es im Frauenfußball meiner Meinung nach noch nicht ausreichend gibt. Ich versuche sie dahingehend zu erziehen, eigene, reaktionsschnelle und richtige Entscheidungen zu treffen. Wie – wann ist der richtige Moment für den Pass/ Schuss, welche Passstärke brauche ich, welche Laufwege nehme ich, um die Kreativität zu fördern und damit ein Manko des Frauenfußballs zu beheben. Diese Kreativität bringt meiner Meinung die einzelnen Spielerinnen als auch den Frauenfußball weiter.

“Das stimmt. Ich werde Co-Trainerin der U-17 Schweizer Nati der Frauen und unterstütze dort Kaan, der den Cheftrainerposten innehat. Eine Chance auf die ich mich sehr freue und die mich in gewisser Weise auch sehr ehrt, weil ich weiß, dass man diese Option nicht einfach so bekommt und man sich dafür schon beweisen muss.”

ESP3: Ballbesitz oder Umschaltspiel?

Alexandra Szarvas: Ein Mix aus beidem. Ich liebe es, wenn wir den Ball in den eigenen Reihen laufen lassen und den Gegner müde machen, das schnelle Umschalten nach vorne ist aber eine Waffe für jedes Team, welche es beherrscht.

ESP3: Wie siehst du die taktische und spielerische Entwicklung im professionellen Frauenfußball?

Alexandra Szarvas: Wenn wir alleine den Vergleich von der WM 2015 in Kanada zu heute machen, gibt es hier bereits einen großen Unterschied. In den letzten 5 Jahren ist der Fußball viel schneller geworden, der taktische Bereich wird immer besser und wichtiger, Taktikanalysen gehören heutzutage vor jedem Spiel dazu. Ich sage aber immer noch, dass physisch starke Mannschaften, wie zum Beispiel die USA, Deutschland oder Frankreich, einen Vorteil gegenüber anderen Ländern haben, die einen technisch schönen Fußball spielen, denen aber das Tempo fehlt. Generell sehe ich den Frauenfußball auf einem guten Weg.

 

ESP3: Wie zeigt sich dieser technisch-taktische/physische Spagat in deinen Trainingsinhalten?

Alexandra Szarvas: Den Ansatz habe ich komplett von Kaan Kahraman, meinem ersten vorher erwähnten Trainer in Basel, übernommen. Ich versuche alles was möglich ist mit dem Ball zu machen, schlussendlich ist es kein Marathonlauf, sondern Fußball. Ich persönlich war auch noch nie so fit wie zur damaligen Zeit. Ich versuche im Training so viele echte Spielsituationen wie möglich, zu kreieren. Das schafft man nur mit Ball und im Endeffekt erreicht man so sowohl die physischen als auch technisch-taktischen Ziele.

ESP3: Dieser Ansatz gilt dann wahrscheinlich für beide deiner Teams? Spielen die erste Mannschaft und die U19 bei euch das gleiche System?

Alexandra Szarvas: Ja die Systeme sind sehr sehr ähnlich, wir spielen hauptsächlich ein 4-1-4-1 System, das situationsabhängig zu einem 4-4-2 wird. Das forciere ich auch bei der U19, für die Spielerinnen muss der nächste Schritt sein in die erste Mannschaft zu kommen. Das funktioniert besser, wenn sie mit dem Spielsystem vertraut sind und nicht erst überlegen müssen, was sie zu tun oder wohin sie zu laufen haben. Das beginnt schon beim identischen Warm-Up und endet bei Trainingseinheiten, die sich nur in der Dosierung unterscheiden.

 

ESP3: Der La Masia Ansatz greift im Profifußball immer mehr um sich. Wie ist deine Meinung zu einem einheitlichen Spielsystem ab der frühen Jugend bis hin zur ersten Mannschaft?

Alexandra Szarvas: Ajax macht das beispielsweise seit eh und je. Bei uns beim GC ist das mittlerweile auch so, dass die Jungs ähnliche Trainingsinhalte haben. Ich persönlich finde diesen Ansatz sehr gut und wünsche mir das auch für den Frauenfußball. Generell finde ich, dass es bei Vereinen im Frauenfußball an diversen Konzepten dahingehend in Deutschland, Österreich und der Schweiz mangelt.

 

ESP3: Wen nimmst du neben Kaan Kahraman, der Einfluss auf deine jetzige Tätigkeit hatte, als Vorbild für deinen Beruf?

Alexandra Szarvas: Jürgen Klopp. Er ist für mich der absolute Favorit. Ich finde ihn als Typ mega sympathisch und könnte ihm Tag und Nacht bei der Arbeit zuschauen. Ich recherchiere wie er seine Trainings plant, schaue Videos und hole mir Inputs. Man kann von ihm so viel lernen und er ist für mich DER TRAINER!

ESP3: Dem kann ich ohne groß überlegen zu müssen beipflichten, vertiefen wir aber was die Faszination für dich ausmacht.

Alexandra Szarvas: Es gibt verschiedene Wege Erfolg zu haben. Nehmen wir beispielsweise mal ein Team, das sich Spieler leisten kann, die enorme Qualität haben, den Unterschied machen und auch trotz vieler Störgeräusche, dem nicht idealen System oder Trainer Titel holen, weil Einzelspieler die Spiele gewinnen. Auf der anderen Seite den BVB in den Saisons 10/11 und 11/12. Klopp hatte eine Idee und hat sie seinem sehr jungen Team implementiert. Er hat es geschafft Charaktere zu entwickeln, die diese Spielidee angenommen haben, formte ein talentiertes, junges Team, das viel gute Spieler hatte aber mit Sicherheit nicht den besten und breitesten Kader und holte in einem überragenden Kollektiv die beiden Meisterschaften. Er schaffte es die Jungs zu überzeugen und zu motivieren, dieses unglaublich anstrengende Pressing zu spielen. Liverpools Entwicklung ist für mich genau so beeindruckend. Die diesjährige Saison war historisch kombiniert mit dem Champions League Titel im Vorjahr.

 

ESP3: Stichwort junges Team. Entwickelst du lieber eine Jugendmannschaft oder ein Profi-Team?

Alexandra Szarvas: Ich müsste beides erleben. Bisher war ich ja nur Cheftrainerin einer Nachwuchsmannschaft. Ich müsste also eine erste Mannschaft als Cheftrainerin trainieren, um dir hier ehrlich antworten zu können. (lächelt)

 

ESP3: Was glaubst du hält deine Zukunft bereit? Wie wir erfahren haben steht für dich im Sommer einen neuen Job an?

Alexandra Szarvas: Das stimmt. Ich werde Co-Trainerin der U-17 Schweizer Nati der Frauen und unterstütze dort Kaan, der den Cheftrainerposten innehat. Eine Chance auf die ich mich sehr freue und die mich in gewisser Weise auch sehr ehrt, weil ich weiß, dass man diese Option nicht einfach so bekommt und man sich dafür schon beweisen muss. Ich wurde beispielsweise von Nils Nielsen, dem Cheftrainer der Schweizer Frauen-Nati in mehreren Spielen gescoutet und habe einige Gespräche mit ihm geführt. Es ist auch nicht selbstverständlich als Ausländerin in einem anderen Verband tätig zu sein, weswegen ich Nils und dem Verband sehr dankbar bin und hoffe, mit meinem Herzblut und jetzigen Wissen den Mädchen der U17 eine große Hilfe sein zu können. Mein Ziel ist es sie weiterzuentwickeln und besser zu machen, denn es geht immer einzig und allein um die Spielerinnen und Spieler, nie um die Trainer. Ansonsten habe ich natürlich große Ziele, möchte die Pro-Lizenz besitzen, Vereinstrainerin einer ersten Mannschaft sein und wenn es sich ergibt würde ich auch gerne einmal eine Nationalmannschaft trainieren. Titel wären auch schön und ich hab ja glücklicherweise noch etwas Zeit mit erst 27 Jahren.

Liebe Alexandra, vielen Dank für deine Zeit und die interessanten Einblicke. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg!

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christian kunz

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